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Ausbildung im Friseurhandwerk: Warum das auch am Stuhl ankommt
Der DGB-Ausbildungsreport sieht das Friseurhandwerk bei der Ausbildungszufriedenheit auf einem der hintersten Plätze. Warum uns das nicht kaltlässt – und was gute Ausbildung mit deinem Termin zu tun hat.
Über Ausbildung wird in unserer Branche viel geredet – meist intern, selten öffentlich. Wir finden: Das Thema gehört auch nach vorne, in den Salon, zu euch. Denn wie in einem Betrieb ausgebildet wird, merkt man am Ende auch am Stuhl.
Ein Ergebnis, das man nicht schönreden kann
Der DGB-Ausbildungsreport bewertet jedes Jahr, wie zufrieden Auszubildende mit ihrer Ausbildung sind. Das Friseurhandwerk landet dort auf einem der letzten Plätze. Genannt werden immer wieder dieselben Punkte: unbezahlte Überstunden, Lehrinhalte, die im Alltag untergehen, und vor allem fehlende Wertschätzung.
Neu ist das leider nicht. Schon Ende der 90er-Jahre haben Fachjournalisten junge Friseurinnen und Friseure gefragt, wie es ihnen in der Ausbildung geht. Ein Satz aus dieser Zeit wird bis heute zitiert:
„Im nächsten Leben werd ich lieber Totengräber."
Zwischen damals und heute liegen über 25 Jahre – und erschreckend wenig Veränderung.
Es liegt nicht am Beruf
Das ist der Punkt, der uns am meisten beschäftigt: Der Beruf selbst ist nicht das Problem. Handwerk, Kreativität, Nähe zu Menschen – das ist genau das, was junge Leute suchen. Was fehlt, ist oft der Umgang miteinander. Wer heute noch nach dem Motto „Lehrjahre sind keine Herrenjahre" führt, verliert den Nachwuchs, bevor die Ausbildung richtig angefangen hat.
Was das mit deinem Termin zu tun hat
Mehr, als man auf den ersten Blick denkt:
- Ausbildung ist Wissensweitergabe. Ein Betrieb, in dem erklärt statt nur abgearbeitet wird, arbeitet insgesamt sauberer und bewusster.
- Ruhe überträgt sich. Wo Auszubildende unter Druck stehen, spürt man die Hektik auch als Gast im Salon.
- Nachwuchs sichert dein Handwerk. Wenn niemand mehr ausbildet, gibt es in zehn Jahren schlicht weniger Menschen, die das Handwerk beherrschen.
Was uns dabei wichtig ist
Werte lassen sich nicht kaufen und stehen in keinem Ausbildungsrahmenplan: Respekt – unabhängig von Alter und Herkunft. Zuhören, bevor man urteilt. Ehrlichkeit, auch wenn eine Antwort mal unbequem ist. Und die Bereitschaft, Wissen weiterzugeben, statt es zu behalten.
Genau diese Dinge sind es, die diesen Beruf so schön machen – und sie gelten für unser Team genauso wie für dich als Gast.
Du kennst jemanden, der überlegt?
Wenn in deinem Umfeld jemand mit dem Gedanken spielt, Friseurin oder Friseur zu werden: Sprich uns gerne an. Ein ehrliches Gespräch darüber, wie der Alltag wirklich aussieht, ist oft mehr wert als jede Broschüre.
Anlass für diesen Beitrag war ein Kommentar von Rene Krombholz auf Friseur-News zum DGB-Ausbildungsreport.